Bienenzucht kann weiter auf hohem Niveau erfolgen

Am 28. Juni 2018 beschloss der SĂ€chsische Landtag erstmals ein Belegstellengesetz zum Schutz von Bienen.

„Mit dem Beschluss schĂŒtzen wir gesetzlich den Bestand von Zuchtbelegstellen. Damit kommen wir dem Wunsch der sĂ€chsischen Imker nach und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von gesunden Honigbienenpopulationen in unserem Land.“, so Landtagsabgeordnete Patricia Wissel.

Ziel des SĂ€chsischen Belegstellengesetz (SĂ€chsBelStG) ist der geschĂŒtzte Erhalt der Bienenrassen, wie beispielsweise der Carnica-Biene, der Buckfastbiene und der Dunklen EuropĂ€ischen Biene.

Umweltminister Thomas Schmidt begrĂŒĂŸte die Verabschiedung des Gesetzes: „Das Belegstellengesetz ist notwendig fĂŒr die zĂŒchterische Arbeit der Imker. Wir wollen so die Eigenschaften der Honigbienen, wie die Krankheitsresistenz und den Honigertrag, weiter verbessern.“

Die SĂ€chsische Staatsregierung unterstĂŒtze seit vielen Jahren eine flĂ€chendeckende Bienenhaltung und Imkereiwirtschaft, um die fĂŒr Natur und Landwirtschaft wichtigen BestĂ€ubungsfunktionen der Bienen sicherzustellen, sagte Staatsminister Schmidt weiter. So erhalten etwa die sĂ€chsischen Imker jĂ€hrlich insgesamt mehr als 280 000 Euro fĂŒr die erstmalige Einrichtung von Imkereien, fĂŒr die Verbesserung der HonigqualitĂ€t, fĂŒr varroazide Behandlungsmittel, fĂŒr die Aus- und Weiterbildung und auch fĂŒr die Gewinnung von Nachwuchsimkern.

Das Belegstellengesetz ist ein weiterer Baustein zur UnterstĂŒtzung der sĂ€chsischen Imker. Mit dem vorliegenden Gesetz werden Einrichtungen fĂŒr die natĂŒrliche Verpaarung von Bienen als „Belegstelle“ staatlich anerkannt und durch einen Schutzbezirk von sieben bis zehn Kilometern vor Drohnen anderer Rassen geschĂŒtzt.

Eine Bienenbelegstelle besteht im Wesentlichen aus stationĂ€ren Drohnenvölkern und kleinen Bienenvölkern mit Bienenköniginnen, die fĂŒr die Zeit der Verpaarung von Anfang Mai bis Mitte August aufgestellt werden. Indem die Verpaarung der Bienenköniginnen nur mit Drohnen der gewĂŒnschten Rasse erfolgt, erhalten die Imker die Chance fĂŒr die Reinzucht einer Bienenrasse mit besonderen zĂŒchterischen Eigenschaften. Damit dĂŒrfen wĂ€hrend der Zuchtsaison im festgelegten Schutzbezirk keine Bienenvölker gehalten werden, die der Zuchtrichtung der Belegstelle widersprechen. Handlungen, die dem ordnungsgemĂ€ĂŸen Betrieb der Belegstelle zuwiderlaufen, werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

ZustĂ€ndige Vollzugsbehörde ist das SĂ€chsische Landesamt fĂŒr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Hintergrund: Derzeit haben neun BundeslĂ€nder vergleichbare Regelungen zum Schutz von Belegstellen fĂŒr Bienen. Im Freistaat Sachsen gibt es derzeit etwa 55 000 Bienenvölker. Da im Hochsommer ein Bienenvolk aus mehr als 50 000 Tieren besteht, leben in Spitzenzeiten ungefĂ€hr 2,75 Milliarden Bienen in Sachsen.

Nach den Meldezahlen der SÀchsischen Tierseuchenkasse stiegen sowohl die Zahl der Bienenvölker als auch die der Imker seit 2013 kontinuierlich an: Um fast 32 Prozent bei den Bienenvölkern und um fast 30 Prozent bei den Imkern.

Quelle: SMUL - SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Umwelt und Landwirtschaft