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Freistaat erweitert Familienförderung fĂŒr Wohneigentum

Der Freistaat Sachsen will Familien kĂŒnftig stĂ€rker beim Erwerb von Wohneigentum unterstĂŒtzen. Das SĂ€chsische Kabinett hat dafĂŒr die Förderrichtlinie ,Familienwohnen' neu beschlossen. Wie bisher erfolgt die Förderung von Familien, die ein Eigenheim bauen oder kaufen wollen, mit 50.000 EUR je Kind.

Neu ist das Programm „Jung kauft Alt“. Familien, die ein Ă€lteres GebĂ€ude kaufen (Baujahr vor 1990) und ggf. sanieren, erhalten zusĂ€tzlich 50.000 EUR zinsgĂŒnstiges Darlehen. Familien mit einem schwerbehinderten Familienmitglied erhalten ein um 15.000 EUR erhöhtes Förderdarlehen. Familien mit geringen Einkommen erhalten zukĂŒnftig eine Zusatzförderung von 30.000 EUR, um die Bildung von Wohneigentum zu erleichtern.

Die Förderrichtlinie Familienwohnen tritt am 26.03.2021 in Kraft. Antrags- und Bewilligungsstelle ist die SÀchsische Aufbaubank.

AusfĂŒhrliche Informationen enthĂ€lt die Pressemitteilung des SĂ€chsischen Staatsministeriums fĂŒr Regionalentwicklung.
 

Pressemitteilung SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Regionalentwicklung:

09.03.2021


Leichter zu den eigenen vier WĂ€nden!

Freistaat erweitert Familienförderung fĂŒr Wohneigentum

In Sachsen werden Familien kĂŒnftig noch stĂ€rker bei der Schaffung oder dem Erwerb von Wohneigentum unterstĂŒtzt. Dazu hat das Kabinett am 9. MĂ€rz 2021 die Förderrichtlinie Familienwohnen (FRL Familienwohnen) um neue Fördermöglichkeiten ergĂ€nzt.

»Mit dem heutigen Beschluss haben wir wichtige Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt«, so Staatsminister Thomas Schmidt. »Die Schaffung von Wohnraum ist ein zentrales Instrument gegen steigende Mieten. Selbst genutztes Wohneigentum ist die beste Vorsorge gegen Altersarmut. Wir bieten dafĂŒr sehr langfristige und Ă€ußerst zinsgĂŒnstige Kredite an. Das schafft Planungssicherheit und senkt so die HĂŒrden, die dem Traum von den eigenen vier WĂ€nden entgegenstehen.«

Neu eingefĂŒhrt wird das Programm »Jung kauft Alt«, mit dem Familien besonders gefördert werden, die ein Ă€lteres GebĂ€ude kaufen und sanieren. »Auf diese Weise stĂ€rken wir gerade auch kleinere Orte und sorgen fĂŒr eine Nutzung bereits bestehender GebĂ€ude, die sonst vom Leerstand bedroht wĂ€ren«, betonte Schmidt. Die Familie erhĂ€lt in diesem Fall neben der Grundförderung von 50 000 Euro Förderdarlehen je Kind weitere 50 000 Euro Darlehen als Bonus.

Familien mit einem schwerbehinderten Familienmitglied erhalten zur Grundförderung je Kind ein um 15 000 Euro erhöhtes Darlehen, dies soll Familien mit besonderen baulichen Bedarfen den Bau eines Eigenheimes erleichtern.

Besondere UnterstĂŒtzung erhalten kĂŒnftig auch Familien mit geringen Einkommen. FĂŒr sie erhöht sich die Grundförderung um 30 000 Euro. Gleichzeitig wird die erforderliche Eigenkapitalquote von 20 auf 15 Prozent abgesenkt. »So erleichtern wir insbesondere Familien mit geringeren Vermögen den Aufbau von Wohneigentum. Dies ist fĂŒr Eltern, die große Teile ihres Einkommens fĂŒr die Versorgung und Ausbildung ihrer Kinder einsetzen, ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge«, betonte der Minister.

Die Familienförderung erfolgt in allen FĂ€llen durch sehr langfristige und zinsgĂŒnstige Kredite. Die Laufzeit der Kredite betrĂ€gt 25 Jahre. Der Zinssatz bleibt wĂ€hrend der gesamten Laufzeit gleich und richtet sich nach der vom Staatsministerium fĂŒr Regionalentwicklung festgelegten und veröffentlichten Höhe. Aktuell betrĂ€gt der Zinssatz 0,75 Prozent.

Mit der neu ausgerichteten Förderung soll außerdem dem FlĂ€chenverbrauch entgegengewirkt werden. Neubauten werden deshalb nur im Innenbereich der Orte gefördert.

Erstmals werden in Sachsen kĂŒnftig kooperative Baugemeinschaften gefördert, die sich noch in ihrer GrĂŒndung befinden. Sie erhalten einen gĂŒnstigen Kredit zur Zwischenfinanzierung des GrundstĂŒckserwerbs. »Solche gemeinschaftlich und sozial orientierte Formen des gemeinsamen Bauens und Wohnens können einen wichtigen Beitrag fĂŒr eine moderne Gesellschaft leisten«, so Staatsminister Schmidt. »Allerdings sind kooperative Baugemeinschaften kaum handlungsfĂ€hig, solange sie nicht rechtssicher gebildet sind. Damit sie trotzdem bei der Suche nach GrundstĂŒcken nicht zu spĂ€t kommen, ermöglicht der Freistaat fĂŒr den GrundstĂŒckserwerb kĂŒnftig eine Zwischenfinanzierung.« Bis zu 500 000 Euro sind fĂŒr solche Kredite möglich. Die Laufzeit betrĂ€gt maximal 2,5 Jahre. Der Zinssatz betrĂ€gt auch hier aktuell 0,75 Prozent.

FĂŒr die Förderung auf Grundlage der FRL Familienwohnen gelten Einkommensgrenzen von 60 000 Euro jĂ€hrlich fĂŒr Alleinstehende sowie 100 000 Euro fĂŒr Paare. FĂŒr jedes Kind erhöht sich diese Grenze um 10 000 Euro.

Die Grenzen fĂŒr geringe Einkommen, bis zu denen Haushalte die um 30 000 Euro erhöhte Grundförderung erhalten, sind in der Einkommensgrenzen-Verordnung geregelt, die ebenfalls heute vom Kabinett beschlossen wurde. Sie liegen bei 32 375 Euro fĂŒr Alleinerziehende mit einem Kind und bei 39 550 Euro bei Paaren mit einem Kind. FĂŒr jedes weitere Kind erhöht sich die Grenze um 8 050 Euro. Maßgeblich dafĂŒr ist das sogenannte »pauschalierte Nettoeinkommen«. Dieses ergibt sich aus dem Bruttoeinkommen minus einiger pauschaler AbzĂŒge, beispielsweise Werbungskosten, Pauschalen fĂŒr junge Ehepaare und Kinder. Eine Übersicht, welchen Bruttoeinkommen die genannten Grenzen entsprechen, finden Sie unter 2021_03_09_Anlage_Einkommensgrenzen


Quelle: SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Regionalentwicklung