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Ministerpräsident Stanislaw Tillich übergibt das Steuerrad an den neugewählten Landesvorsitzenden der CDU Michael Kretschmer

   
     
     

 

   
  Auf dem Landesparteitag in Löbau hat die CDU ihren neuen Vorsitzenden Michael Kretschmer gewählt.  
     

Landtagsabgeordnete Patricia Wissel nahm als Delegierte am 32. Landesparteitag der CDU am 09. Dezember 2017 in der Messehalle Löbau teil.
 

Michael Kretschmer ist neuer Landesvorsitzender der Sächsischen Union. Auf dem 32. Landesparteitag in Löbau wählten ihn die Delegierten am Samstag, 09.Dezember 2017, mit 90,05 Prozent der Stimmen zum neuen CDU-Parteichef.

Michael Kretschmer bekannte sich zu einer notwendigen Fehleranalyse und einem neuen Aufbruch, um Vertrauen zurückzugewinnen: „Das wichtigste für die Zusammenarbeit ist Vertrauen. Ohne Vertrauen ist alles nichts“, eröffnete er seine Rede. Er wolle nicht nur Politik für Sachsen, sondern mit den Sachsen machen.

Nach einem starken Bekenntnis zur europäischen Einigung und Zusammenarbeit und notwendigen Anstrengungen in der Außen- und Sicherheitspolitik standen die Zukunftsthemen für Sachsen im Mittelpunkt. Sachsen stehe auf zwei Beinen, das sind die Städte und die ländlichen Räume. „Wir finden uns nicht damit ab, dass Regionen schrumpfen. Wir werben dafür, dass Menschen wieder zurückkommen. Dafür braucht es mutige politische Entscheidungen.“ Kretschmer nannte neben der dafür notwendigen Erreichbarkeit von Ärzten, Einkaufmöglichkeiten und dem Öffentlichen Nahverkehr den Breitbandausbau und ein gutes Mobilfunknetz: „Es darf keine weißen Flecken mehr geben“.

Kretschmer will das Profil der Sächsischen Union bei der Inneren Sicherheit deutlich stärken: „Wir stehen als Sächsische Union zu unserer Polizei.“  Sie braucht technisch und rechtlich alle Möglichkeiten, um Kriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen. Er hoffe, dass die SPD hier mitzieht und die notwendigen Entscheidungen mitträgt, um fĂĽr Recht und Ordnung in Sachsen zu sorgen. Der Kampf gegen Kriminalität mĂĽsse auch grenzĂĽberschreitend erfolgreich sein und durch sichere EU-AuĂźengrenzen erleichtert werden.

Mit Blick auf das gute Bildungssystem in Sachsen unterstrich Kretschmer die gute Arbeit gerade auch bei der frühkindlichen Bildung, die man weiter stärken will. Bei der Frage der Lehrergewinnung machte er deutlich, dass nachgesteuert werden muss: „Wir müssen alles tun, um in jeder Klasse einen Lehrer zu haben“. Der Beruf müsse so attraktiv sein, dass die Besten bei uns Lehrer werden.

Intensiv widmete sich Kretschmer den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und rief zu einer Stärkung der sozialen Marktwirtschaft auf. Dazu gehöre auch, wieder den Mut zu mehr Freiheit zu haben und Bürokratie abzubauen. Die Energiewende müsse auf neue Beine gestellt werden: „Ein System, das auf Subventionen beruht, ist nicht nachhaltig.“ Die tausenden mittelständischen Unternehmer in Sachsen bezeichnete er als „die Helden der Wirtschaft“, die ihrer sozialen und regionalen Verantwortung in besonderer Weise gerecht werden.

Neuer Generalsekretär der Sächsischen Union ist Alexander Dierks. Er wurde mit 83,33 Prozent gewählt.

Der Landtagsabgeordnete aus Chemnitz rief die Partei auf, „Antworten auf ganz lebensnahe Fragen zu finden“. Die Sächsische Union wird dabei nicht Einzelinteressen vertreten, „sondern die Interessen aller Sachsen.“ Dafür sei auch eine neue Diskussionskultur innerhalb der Partei notwendig: „Wir müssen Debatten nicht nur aushalten, wie müssen sie wollen.“ sagte der Dierks, der auch Landesvorsitzender der Jungen Union Sachsen und Niederschlesien ist.

Die drei stellvertretenden Landesvorsitzenden wurden in ihrem Amt bestätigt. Sozialministerin Barbara Klepsch (87,04 Prozent), der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Frank Kupfer (87,96 Prozent) sowie der Görlitzer Landrat Bernd Lange (80,56 Prozent) erhielten das klare Vertrauen der Delegierten für zwei weitere Jahre im Amt.

Zum neuen Schatzmeister wurde Matthias Grahl (51,21 Prozent) gewählt. Neue Mitgliederbeauftragte der Sächsischen Union ist Bianca Erdmann-Reusch (71,95 Prozent).

Der neue CDU-Landesvorstand wird komplettiert durch 20 Beisitzer.

Die vollständige Liste aller gewählten Mitglieder des Landesvorstandes und ihrer Wahlergebnisse finden Sie hier.

Mit großem Dank und Anerkennung für seine Leistung für die Sächsische Union und den Freistaat Sachsen wurde Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf dem Landesparteitag aus dem Amt des CDU-Landesvorsitzenden verabschiedet. Er stand der Partei seit 2008 vor. Bereits im Oktober hatte Stanislaw Tillich angekündigt, in diesem Jahr nicht erneut zu kandidieren.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich zog, obwohl auch Fehler gemacht wurden, insgesamt eine positive Bilanz: „Sachsen steht heute besser da als vor zehn Jahren. Wir haben uns beeindruckende Zukunftschancen erarbeitet.“ Tillich dankte seiner Partei für Unterstützung und Begleitung und zeigte sich überzeugt, dass mit Michael Kretschmer ein geordneter Übergang und Generationenwechsel gelingt. Die Partei würde nun die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wahljahr 2019 legen. Für die Zukunft wünschte er sich „ein erfolgreiches und glückliches Sachsen und dass wir das nach Innen und Außen ausstrahlen.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sicherte in seiner Rede Michael Kretschmer seine Unterstützung zu und rief zur Geschlossenheit auf. Dem neuen Landesvorsitzenden wünschte er, „sich nicht verbiegen zu lassen, sondern seine Spontanität, die Kraft Fehler einzugestehen aber auch Lachen zu können zu behalten.“ Kompromissfähigkeit bezeichnete de Maizière als einen wichtigen Wert der Demokratie.

Im Anschluss an die Wahlen folgten am Nachmittag die Antragsberatungen. Dabei beschlossen die Delegierten den Antrag des Landesvorstandes „Sicher leben in Sachsen“ sowie zahlreiche weitere Anträge.


 Text und Fotos: CDU Landesverband Sachsen